Die Anwendung des "Symptomen-Lexikons" - Dreiteilige Ausbildung
Bereits Hahnemann hatte das Konzept für ein Symptomenlexikon erstellt. Bönninghausen, Jahr und Hering teilten seine Einschätzung der Notwendigkeit eines solchen Werkes, doch fehlten damals die technischen Voraussetzungen.
Die Homöopathen der ersten Stunde waren sich einig, mit diesem neuen bahnbrechenden Arbeitsmittel die Verschreibungssicherheit enorm steigern
zu können.
Bönninghausen in einem Brief an Hahnemann: "Haben wir erst ein solches Werk, so kann die Allöopathie ihren Kram nur ganz einpacken." Jetzt endlich, 180 Jahre später, liegt mit dem "Symptomen-Lexikon der Materia Medika" (SL) von Uwe Plate ein solches Werk vor und wartet auf unsere Anwendung...
Es hat sich mittlerweile als sehr zuverlässiges Werkzeug nicht nur für das Studium der Mittelcharakteristika, sondern auch für die Fallanalyse erwiesen.
Michael Kohl, homöopathischer Heilpraktiker aus Erlangen ist einer der erfahrensten Anwender des "Symptomen-Lexikons" und bietet seit 2005 regelmäßig SL-Seminare an.
Sie können die 3 Veranstaltung einzeln oder im Paket buchen.
Paketbuchung:
Teil 1: Einführung und Grundlagen
Termin: 25./26. Februar 2012
Referent: Michael Kohl
Michael Kohl wird das besondere Konzept des "Symptomen-Lexikons" erklären, den Aufbau und die Anwendungsmöglichkeiten (Arzneimittelstudium und Fallanalyse), wobei das "Therapeutische Taschenbuch" von Bönninghausen sich sehr gut mit dem "Symptomen-Lexikon" ergänzt. Er wird erläutern, worin sich die Arbeit mit dem SL von allen bisherigen Schulen der Homöopathie unterscheidet, weshalb so viel Wert auf die Prüfungssymptome gelegt wird, welche (guten) Gründe gegen die Verwendung klinischer Heilerfahrungen sprechen und wie sich das alles im Arbeitsalltag einer großen Praxis umsetzen lässt. Der Besitz des "Symptomen-Lexikons" oder Erfahrungen mit dessen Verwendung sind für den ersten Kurs nicht notwendig! Wer das SL bereits besitzt, kann es gerne mitbringen.
Seminarzeiten:
Sa und So von 09:00 bis 17:00 Uhr
Kosten:
190,- Euro für SdH-TeilnehmerInnen
200,- Euro für ehemalige SdHTeilnehmerInnen, Mitglieder VKHD, BKHD und SHZ
215,- Euro für Externe
Beachten Sie die Sonderkonditionen bei Buchung aller 3 Seminare als Paket (siehe oben).
Wiederholer (schriftlicher Nachweis erforderlich) erhalten auf Anfrage einen Preisnachlass.
Für die Qualifizierung durch die SHZ und den BKHD werden für dieses Seminar 16 Punkte homöopathische Fortbildung bestätigt.
Teil 2: Methodik und konkrete Anwendung
Termin: 9./10. Juni 2012
Referent: Michael Kohl
Hier wird die ganze Palette der Anwendungsmöglichkeiten vermittelt. Dabei werden folgende Fragen beantwortet: Wie erlangen wir Sicherheit über die Arzneiwirkung eines Mittels? Welche Folgen hat das für die Anamnese und wie sollte sie aussehen? Wie geht es danach weiter: Auswertung der Anamnese, Herausarbeiten der wahlhinweisenden Symptome, sämtliche Möglichkeiten der Fallanalyse, Besonderheiten in der Kinderbehandlung mit pädiatrischem SL-Fragebogen, Lösungsansätze bei schwierigen Fällen, verschiedene Reaktionsmuster auf die Arzneigabe etc. Auch hier wird am zweiten Tag anhand vieler eigener Kasuistiken das Erklärte des Vortrags praktisch bebildert.
Seminarzeiten:
Sa und So von 09:00 bis 17:00 Uhr
Kosten:
190,- Euro für SdH-TeilnehmerInnen
200,- Euro für ehemalige SdHTeilnehmerInnen, Mitglieder VKHD, BKHD und SHZ
215,- Euro für Externe
Beachten Sie die Sonderkonditionen bei Buchung aller 3 Seminare als Paket (siehe oben).
Wiederholer (schriftlicher Nachweis erforderlich) erhalten auf Anfrage einen Preisnachlass.
Für die Qualifizierung durch die SHZ und den BKHD werden für dieses Seminar 16 Punkte homöopathische Fortbildung bestätigt.
Teil 3: Praktische Übungen
Termin: 1./2. Dezember 2012
Referent: Michael Kohl
Hier ist das Ziel, die eigene Sicherheit im praktischen Umgang mit dem SL zu erhöhen. Es werden 3 Fälle des Referenten zugeschickt, die jeder Teilnehmer zu Hause mit dem SL ausarbeiten sollte. Diese Kasuistiken werden dann gemeinsam analysiert. Im Seminar bearbeiten die Teilnehmer eigenständig bereits vorbereitete Fälle der Referenten, die im Anschluss Schritt für Schritt besprochen werden. Eingeübt wird dabei das Herauskristallisieren der wahlanzeigenden Symptome aus der Patientenanamnese und das Übersetzen in Zeichen und Zeichenkombinationen. Die Teilnehmer erhalten Lösungsansätze für Fragen, wie sie immer wieder im Praxisalltag auftreten können und erhalten die Möglichkeit, Fragen aus der eigenen SLPraxis zu klären.
Seminarzeiten:
Sa und So von 09:00 bis 17:00 Uhr
Kosten:
190,- Euro für SdH-TeilnehmerInnen
200,- Euro für ehemalige SdHTeilnehmerInnen, Mitglieder VKHD, BKHD und SHZ
215,- Euro für Externe
Beachten Sie die Sonderkonditionen bei Buchung aller 3 Seminare als Paket (siehe oben).
Wiederholer (schriftlicher Nachweis erforderlich) erhalten auf Anfrage einen Preisnachlass.
Für die Qualifizierung durch die SHZ und den BKHD werden für dieses Seminar 16 Punkte homöopathische Fortbildung bestätigt.
Der Referent:
Michael Kohl, Heilpraktiker
Homöopathieausbildung ab 1980
Eigene Praxis in Erlangen seit 1984
(seit Beginn ausschließlich Homöopathie)
Homöopathiestudium:
· Anfangs Hahnemann, Kent, Künzli, Halter, Voegeli, Eichelberger, Creasy
· Dann moderne Strömungen:
Becker, Lang, Vithoulkas, Ghegas, Morrison, Herrik, Shore, Gray, Herscue, Sankaran, Sehgal, Shah, Mangialavori
· Krebstherapie nach Burnett, Cooper, Clarke, Schlegel, Jones, Master, Spinedi, Wurster, Methner
· Miasmentheorie nach Hahnemann, Kent, Künzli, H.Allen, Risch, Laborde, Banerjea, Heudens-Mast
· Endlich dann die genuine Homöopathie und ihre zeitgenössischen Vertreter:
Bönninghausen (Möller), Jahr (Busch), Lippe (A. Saine), Boger (Funk, Hinderer, Winter) und wieder zurück zu Hahnemann (Plate)
· Seit 2005 Dozententätigkeit mit dem Symptomen-Lexikon
· Seit der Gründung im Jahr 2006 Mitglied in der Forschungsgruppe Symptomen-Lexikon mit Uwe Plate
· Seit 2007 Leiter eines Arbeitskreises zur Erforschung der Materia medica
Kongressbericht
Deutliche Erhöhung der Verschreibungssicherheit mit dem Symptomenlexikon nach Hahnemann
Bericht zum Seminar (Teil 1 und 2) in Weißenohe bei Nürnberg mit Michael Kohl
Als ich Uwe Plates Buch Hahnemanns Arbeitsweise mit dem Symptomenlexikon gelesen hatte,war mir klar, genau so wollte Samuel Hahnemann seine Homöopathie verstanden wissen! In diesem Buch wird eine Methode gezeigt, aus welchem Blickwinkel die Arzneiprüfungssymptome anzusehen sind, um sie sicher zu charakterisieren und damit eindeutig der Arznei zuordnen zu können. Damit wird auch die Diskussion hinfällig, ob Hahnemanns Nota-bene-Symptome tatsächlich ein „Fundamentalschaden“ seien, wie es Herr Dr. Mortsch in seiner Dissertation nachzuweisen versucht. (Markus Mortsch glaubt, dass einige der von Hahnemann am Kranken gewonnenen Arzneisymptome einer genauen Überprüfung nicht standhalten, da sie bereits vor der Gabe der Arznei vorhanden waren und nicht erst durch die Arzneieinnahme entstanden wären). Manche Zitate aus Hahnemanns Schriften wurden mir nach Lektüre des Plate-Buchs erstmals klar. Darum verstehe ich die Herumhackerei auf Herrn Plate nicht, ob nun das von ihm geschaffene Symptomenlexikon Hahnemanns Intentionen entspricht oder nicht. Für mich ist das Symptomenlexikon (SL) vollkommen logisch und entspricht dem Grundgedanken der Homöopathie mehr als alles andere. Die Hauptfrage war daher für mich: Hat es nur akademisch-wissenschaftlichen Wert, oder bewährt es sich auch in der täglichen Praxis. Das war die Motivation, diese Seminare zu besuchen.
Aus vielen Zitaten Hahnemanns geht eindeutig hervor, dass die Arzneiwahl ausschließlich aufgrund von Arzneiprüfungssymptomen zu geschehen habe. Die Ähnlichkeitsbeziehung solle sich auf diese richten und nicht auf klinische Symptome. Michael Kohl zeigt in seinen beiden Seminaren die praktische Umsetzung dieser Forderung Hahnemanns. Dabei wird der Mittelpool der infrage kommenden Arzneien mit Clemens von Bönninghausens Therapeutischem Taschenbuch (TT) bestimmt. Das durch das SL mögliche, direkte Studium der Materia medica zeigt, ob die nach Bönninghausen „freie Kombination“ der Taschenbuchrubriken sinnvoll ist oder nicht. Das Seminar gibt gleichzeitig vertiefende Einblicke in den Umgang mit dem TT (große und kleine Rubriken, Verschlimmerungen sind wichtiger als Besserungen, Bedeutung des 3. und 4. Grades, Polaritäten etc.). Um etwaigen Missverständnissen vorzubeugen: Es wird in diesem Bericht der Begriff „Zeichen“ als Symptombestandteil verstanden, als Empfindung bzw. Ort bzw. Modalität. Wie überhaupt das Symptom in diese Zeichen zerlegt werden muss, um mit dem TT arbeiten zu können. Mit dem SL ist es möglich, relativ rasch charakteristische Zeichenkombinationen zu erkennen: Wenn ich mit dem TT die Zeichen „Brennen schlimmer beim Gehen“ ermittle, weiß ich nur, dass die im TT angegebenen Arzneien eindeutig Beziehung zum „Brennen“ sowie zu „Gehen schlimmer“ haben. Damit ist aber noch nicht erwiesen, ob bei diesen Arzneien tatsächlich das Brennen durch Gehen schlimmer wird und sich nicht irgendein anderes Beschwerdezeichen durch Gehen verschlimmert. Das heißt, die Enddifferenzierung der Arzneien erfolgt durch das Studium der Arzneimittellehre mittels SL, wobei sich die spezielle Charakteristik der Arzneien in diesen Zeichenkombinationen zeigt. Damit wird eine Verschreibungssicherheit erreicht, wie sie in der Geschichte der Homöopathie bisher nicht möglich war! Am Ende der Analyse, zur letzten Entscheidungshilfe, werden Umstände wie der Seitenbezug oder die exakte Lokalisation mitberücksichtigt. Auch eine vorhandene Wortwörtlichkeitsübereinstimmung zwischen Patienten- und Arzneiprüfungssymptom wird erst am Ende der Analyse „als Zünglein an der Waage“ gewertet.
Michael Kohl erläutert in seinen Seminaren den Aufbau des SL und in der Konsequenz den verschiedenen Umgang mit großen und kleinen Rubriken. Letztlich geht es immer um die Frage, wie sicher hat die von mir gewählte Arznei auch wirklich dieses Zeichen als Arzneiwirkung. Durch dieses Wissen um sichere Arzneizeichen ändert sich auch der Anamnesestil, und es wird gezeigt, worauf in der Anamnese das Hauptaugenmerk zu legen ist. Es geht um die sichere Arzneiwirkung, denn natürlich: Je sicherer sie ist, um so größer wird mein Heilerfolg sein. Und hier zeigt Michael Kohl die Stärke des SL. Er bringt in seinen Seminaren eigene Kasuistiken, deren Heilerfolge erstaunen lassen und die mich an die Heilerfolge der ersten Homöopathengeneration erinnern, die innerhalb kürzester Zeit die schwersten Pathologien heilen konnten. Ich hege die Hoffnung, dass wir durch diese neue Sichtweise mittels SL wieder an diese Ergebnisse herankommen können. So bringt Herr Kohl z.B. im ersten Seminar die Krankengeschichte einer 37-jährigen Frau mit einer schweren, multiplen Aortendissektion am Aortenbogen, auch im Thorakal- und Abdominalbereich, inoperabel. Nach homöopathischer Arzneigabe konnte sich das zerstörte Gewebe in erstaunlichem Tempo rekonstituieren. Auch sonst geht es um Krankengeschichten mit schweren Pathologien wie Bandscheibenvorfälle, Coxarthrose, jahrzehntelange Bronchitis, Herzinsuffizienz, eine 79-jährige Patientin mit Spondylolisthesis und Spinalkanalstenose – 5 Wochen vor der Operation stehend –, etc., an denen die Überlegenheit der Arzneifindung mittels SL gezeigt wird.
Es ist Herrn Kohl gelungen, diese Art der Arzneifindung durch Studium der Arzneicharakteristika fundiert darzustellen, nachvollziehbar zu begründen, und er hat Ergebnisse aus seiner Praxis vorgelegt, die jeden verblüffen und die man auch als erfahrener Homöopath kaum für möglich hält. C.M. Boger sagte einmal in einer Diskussion: „Die Frage, wie die Materia medica zu studieren sei, ist eine wichtige, und eine geeignete Methode führt zu großer Zeitersparnis. … Das große Problem mit Studenten besteht darin, dass sie an die falschen Bücher geraten“ (zitiert nach Klaus-Henning Gypser, Materia Medica Revisa, Einführung. Glees: Gypser-Verlag, S. 69).
Dr. Anton Rohrer
Dorfplatz 2
A-8734 Großlobming
Kongressbericht.
aus: Zeitschrift für Klassische Homöopathie Grundlagen – Praxis Band 54/2010 – 2/2010 (ISSN 0935-0853) © 2010 Karl F. Haug Verlag
Seminarrezension
Eine Seminarrezension von Matthias Klünder:
Das Symptomen-Lexikon - ein „neues“(altes) Werkzeug in der homöopathischen Fallanalyse
Wie oft stehen wir als Praktiker vor dem Problem, dass wir es mit Fällen zu tun haben, die sich mit dem auf Kent basierenden Repertorien nicht hinreichend lösen lassen. Viele Rubriken sind dort sehr groß und somit oft nicht zielführend zu verwenden. Die dort weiter ausdifferenzierten Rubriken hingegen sind mit nur mit sehr wenigen Arzneien belegt. Dadurch sind diese Rubriken in der Fallanalyse äußerst unsicher und führen somit oft zu Fehlverschreibungen.
Mit dem Symptomen-Lexikon bietet sich die Möglichkeit, durch die Symptomenkombination von zwei Symptomen(Zeichen) zu erkennen, welche Arzneien eine Signifikanz zu dieser Kombination besitzen. Diese Vorgehensweise basiert auf die verlässlichen Quellen der originalen Prüfungssymptome, wie Hahnemann es immer von dem homöopathischen Behandler gefordert hat.
Ich bin der Meinung, dass der heute tätige Homöopath sich mit vielen dienlichen Werkzeugen für die Fallanalyse auskennen sollte. Sei es nun die Arbeit mit dem Kent-, Boger-, Phatak- oder dem Bönnighausen- Repertorium. Alles diese Repertorien und verschiedenen Herangehensweisen können hilfreich sein. Aber die Feststellung, welche Arznei verlässlich einen Bezug zu einer bestimmten Symptomenkombination besitzt, ist nur durch das Symptomen-Lexikon nachzuweisen. Folglich kann ich mir in meiner Praxis, gerade bei symptomarmen Fällen, die Arbeit ohne das Symptomen-Lexikon nicht mehr vorstellen.
Micheal Kohl stellt in seiner Seminarreihe ausführlich die Arbeit mit dem Symptomen-Lexikon dar. Es ist faszinierend wie selbst bei schwersten Pathologien mit diesem Werkzeug zielgerichtet am Schluss oft nur noch ein oder zwei Arzneien eine Signifikanz zu den verschiedenen Zeichenkombinationen besitzen. Folglich wird die Verschreibung verlässlich und sicher. Etwas, das jeder Praktiker in seiner homöopathischen Praxis gebrauchen kann.
Matthias Klünder
